Sein stiller Abschied

Wenn es Zeit wird zu gehen

Neben den bereits beschriebenen prägenden Einflüssen auf mein bewegtes Leben gibt es auch Herausforderungen, die sich nicht leugnen lassen. Meine Grunderkrankungen und die fehlende Versorgung haben einen Punkt erreicht, an dem es derzeit und seit längerer Zeit so aussieht, als wäre mein Lebensende nah.

Es ist ein Balanceakt, über solche Themen offen zu sprechen, ohne den Eindruck zu erwecken, man suche dadurch Aufmerksamkeit. Dennoch habe ich mich entschlossen, offen damit umzugehen, da der Zeitpunkt und die Umstände eng mit traumatischen Erlebnissen und deren langfristigen Folgen verknüpft sind.

Die Symptome meiner tumorösen Erkrankungen am Kopf und Körper nehmen zu und schänken mich zunehmend ein, auch wenn man es mir (noch) nicht ansieht. Diese Entwicklung wird, wenn sie so weitergeht, im Jahr 2025  zu meinem Lebensende führen – und das ist für mich in Ordnung.

Der Tod ist seit 1993 ein ständiger Begleiter in meinem Leben. Nachdem ich bereits zwei Nahtoderfahrungen gemacht habe und der Schmerz mein ständiger Begleiter ist, habe ich mich damit abgefunden. Alles, was mir lieb und teuer war, ist bereits gegangen. Diese Umstände erleichtern es mir, den Übergang in das Unbekannte zu akzeptieren – etwas, das ich erhoffe und an das ich glaube. Diese Haltung gibt mir eine innere Stärke, besonders gegenüber jenen, die ihre Macht rücksichtslos ausübt haben, um ihr eigenes verzerrtes Selbstbild zu pflegen.

Deswegen ist es mir bis zum Schluss ein Anliegen, anderen davon zu erzählen, ihnen dieses Wissen zu vermitteln und gegen ein Vergessen zu wirken.

Die verbleibende Zeit wird, wenn es soweit ist, von Schmerz und Leid geprägt sein. Daher möchte ich meinen tiefen Dank an die Menschen aussprechen, die mich auf diesem letzten Weg begleiten, mich stützen und mir einen stillen Abschied ermöglichen werden.

Unterstützt von Webnode
Erstellen Sie Ihre Webseite gratis! Diese Website wurde mit Webnode erstellt. Erstellen Sie Ihre eigene Seite noch heute kostenfrei! Los geht´s